von Koepcke´s Hermit

Am Freitag Abend fuhr ich direkt nach der Arbeit mit dem Combi die rund 100 Kilometer, für die wir rund 2 Stunden brauchten, nach Tarapoto.
Jakob hatte mich eingeladen ihn zu besuchen, wir wollten gern unserer gemeinsamen Leidenschaft des Vögelbeobachtens nachgehen. Und so starteten wir am nächsten Morgen mit dem Combi in Richtung Yurimaguas, um uns bei Koepcke’s Hermit, absetzen zu lassen.
Koepcke’s Hermit ist im Grunde ein großes Bergnebelwaldgebiet, in dem ein gutes Wegenetz angelegt wurde, mit dem verschiedene Vogelbeobachtungspunkte miteinander verbunden sind.
Wir begannen unsere Tour an einem recht hohen Turm und bestimmten dort zur „Aufwärmung“ einige Vögel. Nach einer Stunde gingen wir zum Kolibrispot. Für mich war es unglaublich: In ungefähr 5 Metern Entfernung konnten wir Kolibris beim Fressen aus speziellen Kolibrifutterhäusern, die mit Zuckerwasser gefüllt sind, beobachten. Das macht mir deshalb so viel Spaß, weil es ein ständiges Rätsel ist, welchen der sich sehr ähnlichen Vögel wir nun vor uns haben. Und sie sehen natürlich extrem schön aus.
Nachdem wir noch eine kleine Wanderung durch den nun vom einsetzenden Regen komplett unter Wasser stehenden Wald gemacht hatten, verließen wir gegen 15:00 das Gebiet und stellten uns an die Straße.
Kurz darauf hielt ein Pick-up an und nahm uns gemeinsam mit Bauern gegen ein kleines Honorar mit zurück in Richtung Tarapoto. Dort verbrachten wir dann in der Hängematte auf der wundervollen Dachterasse von Jakob den Abend.

Koepcke´s Hermit (phaethornis koepckeae) im Anflug. Nicht nur das Beobachtungsgebiet heißt so, sondern auch dieser Kolibri. Er ist endemisch und kommt wirlich nur exakt in diesem Gebiet vor, weshalb das Gebiet seinen Namen trägt.
Ein chysuronia oenone, Heliodoxa aurescens und Florisuga mellivora am Zuckerwasser (von links nach rechts). Durch mein Fernglas kann ich mit etwas Fummelei gute Handyfotos von den Kolibris machen.
Auf den noch trockenen Wegen laufen wir durch einen wunderschönen Bergnebelwald von Beobachtungspunkt zu Beobachtungspunkt.
Geimeinsam mit ungefähr sechs Bauern, die ihre Kochbananen nach Tarapoto brachten, hielten wir uns in den Kurven auf der Ladefläche des Picku-Up fest und genossen die schöne Aussicht 🙂
Im Bus nach Tarapoto lernte ich Anthony kennen und unterhielt mich die Fahrt über sehr nett mit ihm. Er ist siebzehn Jahre alt und geht auf ein Internat in Moyobamba.
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Ein freier Tag an der „Laguna Azúl“

Diesen Dienstag, den 8. Oktober, hatten wir wieder einmal einen Feiertag: Es war das 140 jährige Jubiläum der „Combate Naval de Angamos“ (Seeschlacht von Angamos) im Salpeterkrieg (1879 – 1884). In diesem Konflikt zwischen Chile und Peru ging es um Gebiete mit Salpeterlagerstätten, die Rohstoffe zur Sprengstoff- und Düngerherstellung lieferten. Zwar verlor Peru sowohl die Seeschacht als auch den Salpeterkrieg, doch konnte die peruanische Huascár zuvor 6 Monate chilenische Schiffe an der Nase herumführen, bevor es in eben jener Schlacht 1879 eingenommen wurde. Deshalb ist dieser Tag zum Gedenken trotz der Niederlage Perus frei, Feierlichkeiten haben wir aber nicht mitbekommen.
Da Lea leider krank war, fuhr ich 4 Stunden lang über Tarapoto, wo drei andere Freiwilligendienstler zustiegen, zur Laguna Azúl, an der wir wiederum zwei Freiwillige besuchten 😉
Dort verbrachten wir dann gemeinsam an diesem netten See, der auch touristisch äußerst beliebt ist, den Tag: Wir schauten uns die kleine Waldorfschule, das Einsatzprojekt unserer Gastgeberfreiwilligen, an, machten gemeinsam eine Bootsfahrt über den See, stiegen auf einen kleinen Berg mit wunderbarer Aussicht und Jakob und ich schauten viel nach den dortigen Vögeln. Einige konnten wir auch bestimmen:)
Auf dem Rückweg machte ich noch in Tarapoto halt und holte von unserer örtlichen Freiwilligenbetreuerin Marianne einen Schaukelstuhl ab, der nun zu Hause neben der Dachterasse mein zweiter Lieblingsplatz ist. 😉

Blick auf die „Laguna Azúl“ und den Ort Sauce mit seinen Hotels nahe des Wassers und dem dahinter liegenden eigentichen Zentrum. Vor uns läuft ein Pferd, das Kochbananen zum Verkauf in die Läden trägt.
Sowohl auf dem Hin- als auch dem Rückweg mussten wir einen Zufluss des Amazonas mit der Fähre überqueren, was für uns ein ganz schönes Abenteuer war. Nicht nur wegen der starken Strömung, sondern auch wegen der Baumstämme im Wasser und der Bretter, über die die sechs Kleinbusse auf das Holzdeck fuhren.
Mein neuer Schaukelstuhl wird auf dem Weg nach Moyobamba beim Zwischenstopp in Tarapoto auf den Combi geladen. Die Combis sind einfache Sammeltaxis, in denen man super und preiswert die „kürzeren“ Strecken zurücklegen kann.

Von Affen umzingelt

An und für sich war es eine ganz normale Woche – ich bereitete im Büro die Materialien für die Seminare in den Schulen vor, bastelte Affen aus Klopapierrollen und an einem Tag fuhren wir ins nahegelegene Calzada, um dort zwei „talleres“ (Seminare) in der Grundschule zu halten.
Dann kündigte Maribel aus dem Forschungsteam unseres Projektes mir zu meiner großen Freude an, dass ich am Freitag Elias mit in den Wald zu den „Mono Tocones“ begleiten kann. Die „investigación“ (Forschung) zu den Springaffen ist neben der Umweltbildung, in der ich hauptsächlich aktiv bin, das zweite große Arbeitsfeld des „Proyecto Mono Tocón“. Sie versuchen noch mehr Wissen über diesen nur in Peru in San Martín vorkommenden Affen herauszufinden, bevor er möglicherweise ausstirbt – er wird von der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ geführt.
So fuhren wir also am Morgen um sieben Uhr mit dem Mototaxi ins Gebüsch nahe Yantalo. Nur konnten wir die Andenspringaffengruppe nicht finden – erst nach 1,5 Stunden kamen sie, wie Elias später meinte, von den Bananenplantagen zurück. Diese suchen sie gelegentlich auf, wenn es im Wald nur wenig Futter gibt, es scheint jedoch kaum Konflikte mit den Bauern zu geben, wie Elias mir auf meine Nachfrage antwortete. Da sie nun ein kleines Verdauungsschläfchen einlegten, hatten wir ein wenig Zeit, um sie aus circa 15 Meter Entfernung zu beobachten.
Nachdem ich auch einige Fotos geschossen hatte, sammelten wir für ein Herbarium Blätter, Blüten und Früchte einiger Baumarten.
Wie nun fast jeden morgen ging ich am Sonntagmorgen um 7:00 Uhr zu meinem Lieblingsplatz, dem „Punto de Tahuishco“, mit seiner fantastischen Aussicht und der reichen Vogelwelt. Und plötzlich hörte ich die Lautäußerungen von drei verschiedenen Familiengruppen von „Mono Tocónes“! Sie nutzen diese, um Ihr Territorium gegen andere Gruppen ihrer Spezies abzugrenzen. Und als wäre es nicht genug, konnte ich noch einige Pichicos (Saguinus fuscicollis, Braunrückentamarin) auf dem Rückweg zur Wohnung beobachten. 🙂
Am Samstagnachmittag und Samastagabend feierten wir sehr nett den Geburtstag von unserem peruanischen Freund Anderson, erst am Fluss, dann in der Ecoselva-WG.

Das Forschungsteam unseres „Proyecto Mono Tocón“ untersucht mehrere Gruppen der Andensprinaffen, die meist aus 4 bis 5 Tieren bestehen (Vater, Mutter, Kinder und Jugendliche). Wir beobachteten am Freitag die „grupo Yantalo“, die circa 8 km von Moyobamba entfernt ihr Territorium hat.
Gerade wollten Elias und ich uns vor dem Gewitter, das gegen 14:30 Uhr aufzog, in Sicherheit bringen und zurück zum Büro, da schauten noch einmal ein paar Kühe vorbei. Die Pflanzenteile für das Herbarium haben zuvor wir in Zeitung eingeschlagen.
Leider sind die gekreuzten Schwänze der drei eher schlecht identifizierbaren Mono Tocónes nicht besonders gut zu erkennen. Dies tun sie als Zeichen der Zuneigung beim Schlafen.
Am „Punto de Tahuishco“ traf ich dann noch zwei sehr nette Jugendliche, mit denen ich gemeinsam die Andenspringaffen beobachten, ihnen ein wenig über die Affen erzählen und auch meine Freude teilen konnte.
Am Montag und Dienstag entwickelte ich in unzähligen Versuchen einen neuen Toilettenpapierrollenaffen: Den Leoncito (Cebuella Pygmaea, Zwergseidenäffchen) Er ist einer der kleinsten seiner Art und passt auf eine ausgebreitete Handfläche!
Geburtstagskuchen für Anderson nach dem Baden.

Klimademo und noch mehr Wasserfälle

Am Dienstag konnten wir wieder in unsere Wohnung, die nun auch frisch gestrichen wurde, einziehen.
In unserer Arbeit war es sehr abwechslungsreich: Neben den Bastelvorbereitungen im Büro hatten wir am Montag einen Stand zum „día de la juventud“ (Tag der Jugend), was aber leider wortwörtlich ein wenig ins Wasser fiel. Am Mittwoch fuhren wir zu einer „taller“ in eine nahe Stadt, führten ein echt schönes Puppentheater zum Andenspringaffen auf (ein Affentheather ;D) und malten mit den Kindern Bilder des Mono Tocón aus.
Besonders freute ich mich aber auch auf den Freitag. Nun konnten auch wir gemeinsam mit unserer Kindergruppe an der Klimademonstration in Moyobamba teilnehmen und unser Demospruchrepertoir erweitern: „El planeta arde – mañana será muy tarde“ (Der Planet brennt – morgen wird es zu spät sein).
Für den Sonntag wurden wir von Marianne, die unsere Mentorin in San Martín ist, gemeinsam mit allen anderen weltwärts-Freiwilligen der Region zu einem sehr leckerem Frühstück nach Tarapoto eingeladen.
Aber damit sich die zweistündige Fahrt auch lohnt, reisten wir schon am Samstagmorgen an und machten eine sehr schöne Wandertour zu einem weiteren Wasserfall.
Nach dem Frühstück am Sonntag hatten wir noch das Glück, dass Zora und Jakob, zwei Mitfreiwillige vom Welthaus Bielefeld, uns allen einmal ihre Arbeitsstelle, das „centro urku“ mit der Tierauffangstation, zeigten.

Lea und ich waren total aus dem Häuschen: Ein Mono Tocón!
Er wohnt nun „halbfrei“, nachdem er als Haustier gehalten und von urku „befreit“ wurde, im Wald um die Tierauffangstation. Halbfrei, da er immer noch zum Essen vorbeikommt, weil er zu sehr an Menschen gewöhnt ist. Das Halten des Tocóns als Haustier ist, wie wir den Kindern in den Seminaren auch beibringen, eine der Gründe für seine Bedrohung.
Könnt ihr den weißen Ring („anillo blanco“) im Gesicht, sein Hauptmerkmal, erkennen?
Da Zora und Jakob in der Tierauffangstation arbeiten, hatten wir das Glück, eine Privatführung zu bekommen 🙂
Auch wenn es nur 4 Kilometer zum Wasserfall waren, sind diese ein echtes Abenteuer gewesen. Vier Mal mussten wir den steinigen Fluss bei teilweise beachtlicher Strömung durchqueren. Und zurück den gleichen Spaß noch einmal. 😊
Nach dem eigentlichen Demoumzug gab es noch einen Wettbewerb um das schönste Plakat. Ich finde, das könnten wir auch einmal bei den Protesten in Eberswalde machen.
Netter Nebeneffekt: Ich konnte noch einmal super den bejahten und verneinten Imperativ auf den Demoschildern üben.😅
Beim Malen mit den dreijährigen Kindern nach dem Puppentheater durfte ich ein wenig aufpassen und die Werke begutachten. 🙂
Unser abendlicher Blick auf den vernebelten Stadtteil Zaragoza in Moyobamba aus unserer Wohnung. Wir wohnen neben einer Mormonenkirche und dem dazugehörigen Sportplatz, den wir manchmal gemeinsam mit anderen Leuten zum Fußballspielen nutzen.
Lea bei starkem Amazonasregen vor unserem Projekthaus, das mit einem Bild des Anden-Springaffen bemalt ist.

Von Fledermäusen, Kompost und Wasserfällen

Nach der aufregenden, aber auch anstrengenden letzten Woche kehrte nun wieder ein wenig Alltag in unserem Projekt ein.
Ganz im Gegensatz zu unserer Wohnung: Wegen der Fledermäuse, die die Deckenzwischenräume der WG bewohnten, sich nachts lautstark unterhielten und natürlich auch ihr Geschäft hinterließen (das dann in unser Zimmer rieselte), muss die Decke erneuert werden.
Netterweise können wir für die Zeit der Renovierung bei anderen Freiwilligen wohnen, wo ich mich auch sehr wohl fühle.
Am vergangenen Freitag betreuten wir einen Stand auf einem Recyclingfest und -wettbewerb. Mir hat es großen Spaß gemacht, mit den Kindern zu basteln und sie so glücklich machen zu können.
Das Wochenende war dann sehr abwechslungsreich: Wir verbrachten die Zeit gemeinsam in einer kleinen Gruppe aus Freiwilligen und Peruanern, kochten Falafel und gingen an den Fluss, schauten auch ein wenig nach Vögeln. Am Sonntag fuhren wir zu viert zum Wasserfall Ahuashiyaco. Danach besuchte ich besuchte die zwei anderen Freiwilligen Zora und Jakob in Tarapoto.

Lange hielten wir es unter dem prasselnden Wasser nicht aus, es tat ganz schön weh und vor allem war das Atmen schwierig.

Nach dem Ausflug zum Wasserfall am Sonntag gingen wir noch sehr lecker in Tarapoto essen: Gewürzte Reispfanne mit Bohnen, dazu Spiegelei, Kochbananen und chicha (Getränk aus rotem Mais).

Am Freitag gingen ungefähr 200 Menschen in Rioja, einer nahen Stadt, für mehr Klimaschutz auf die Straße. Leider mussten Lea und ich arbeiten, aber Lorena und Ulrike nahmen mit ihrer NGO teil. 💚
Die Kinder sind sehr glücklich und stolz auf die Affen aus Klopapierrollen. Ich denke, es ist ein richtig guter Weg, um den Menschen und vor allem Kindern das Recyclen näher zu bringen. Nur bin ich mir leider nicht sicher, ob die Müllverwertung, und sei es nur eine thermische, auch bei der staatlichen Müllversorgung betrieben wird.
Hier zeigt Margarita, die hauptsächlich im PMT für uns verantwortlich ist, den Kindern Kompost.
Da der WG-Mitbewohner Anderson Künstler ist, sieht auch die Wohnung sehr nett aus. Heimisch fühle mich aber nicht nur wegen des Birnbaumgedichts aus Ribbeck oben rechts. 😉
Das ist eine der Fledermäuse, die wir am Abend tot in unserer Wohnung auf dem Boden fanden. Die anderen wurden bei der Renovierung leider getötet. 😦

La „semana del Mono Tocón“

Diese Woche fand nun endlich die „semana del Mono Tocón“ (Woche des Mono Tocón) statt, auf die wir im Projekt schon hingefiebert und fleißig vorbereitet hatten. In diesen sieben Tagen veranstaltete also unser Projekt ganz viele verschiedene Aktivitäten, vor allem für Kinder, um den Anden-Springaffen in der Bevölkerung bekannter zu machen: Am Montag stellte sich unser Projekt in der Stadthalle von Moyobamba vor, am Dienstag veranstalteten wir einen Malwettbewerb, in den Abendstunden des Donnerstags fuhren wir unter dem Motto des Affen mit einer großen Gruppe mit dem Fahrrad durch die Stadt und am Freitag fand ein kleiner Demonstrationumzug zum Plaza de Armas (Hauptplatz Moyobambas) statt, bevor mit dem „Día del Mono Tocón“ am Samstag der Höhepunkt kam.
Also volles Programm, nicht nur für die vielen Leute, sondern auch für uns.;)
Am Sonntag versuchten wir dann noch einmal, gemeinsam mit zwei Ecoselva-Freiwilligen und drei Peruanern in Rioja so eine Art Squash zu spielen. Diesmal hatte die Anlage auch offen und so schwitzten wir bis in die Mittagsstunden in der Sonne. Was dabei bemerkenswert ist: Da die Sonne gerade fast im Zenit steht, wirft mein Körper kaum einen Schatten auf den Boden.:)
Zur Abkühlung besuchten wir anschließend ein wirklich schönes Freibad mit kühlem Quellwasser.

Einen wirklich netten und lustigen Sonntag verbrachten wir beim Squashspielen in Rioja und im Freibad „TIOYACU“.
Kritischer Zuschauer: Der Plecturocebus oenanthe begutachtet den Tanz der „peques conservadores“ (kleinen Naturschützer) unseres Projektes, mit denen wir ja fleißig geübt hatten. Dieser Beitrag war nur einer von vielen Programmpunkten am Tag des Tocón. Wir betreuten einen Bastelstand, andere des PMT-Teams führten ein kleines Theater auf, immer wieder gab es spannende Quizfragen rund um den Affen und vieles mehr.
Kleines Suchbild: Wer findet den juvenilen Gorrión Chingolo (zonotrichia capensis, Rufous-collared Sparrow)? 😉
Für de Demonstrationsumzug am Freitag verkleideten sich ungefähr 12 Kinder als Anden-Springaffe. Lea und ich durften den ihnen seinen charakteristischen weißen Gesichtsring schminken, was mir richtig viel Spaß machte. 🙂
Ordentlich in vier Reihen müsssen wir schon fahren, darauf wurde penibelst geachtet. 😉 Die Fahrradtour am Donnerstagabend führte durch ganz Moyobamba. So wollen wir zum Einen den Affen, aber auch das Radfahren populärer machen.
Rund 20 junge Künstler nehmen am „discurso de dibujo y pintura“ teil und malen den Mono Tocón. Doch sie zeichnen nicht nur wirklich gut (viele sehr viel besser, als ich es könnte), sondern schreiben auch eine kurze Botschaft zum Affenschutz. Besonders oft konnte ich „cuidemos al Tocón“ (Schützen wir den Tocón) lesen.
Moyobamba ist übrigens auch die Stadt der Orchideen. Und ganz in der Nähe unserer Wohnung gibt es einen botanischen Garten mit den verschiedensten Pflanzenarten, die in der Umgebung vorkommen. Glücklicherweise haben wir unseren Kollegen Elias dabei, der uns viel erklärt.

Heimisch werden

Nun bin ich schon die zweite Woche in Moyobamba und lebe mich immer besser ein. Der Mietvertrag ist unterschrieben, wir wissen, wo der Bäcker ist, wo es leckere Bananen gibt und auch, wann der Müll abgeholt wird. 😉
Es bilden sich nun auch die ersten Routinen: Wir stehen an jedem Wochentag um 7:00 Uhr auf, dann sind wir gegen 8:00 Uhr im Projekt. Ab 13:00 Uhr ist dann eineinhalb Stunden Mittagspause, in der wir oft gemeinsam mit Peter und Elias für 6 Soles (1,60 Euro) essen gehen. Am Nachmittag arbeiten wir dann nochmal bis 17:30 Uhr. Meist sind wir damit beschäftigt, bastelnd die Woche des Tocón vorzubereiten.
Außerdem lernen wir natürlich weiter die nähere und einmal auch etwas fernere Umgebung kennen: Wir besuchten den Rio Mayo, die baños thermales (Thermalbäder) und tolle Aussichtsplattformen nur 500 Meter von zu Hause entfernt. Am Sonntag fuhren einmal sogar 30 Minuten mit dem collectivo (Kleinbus) und zwei weiteren weltwärts-Freiwilligen von Ecoselva (auf Vorschlag eines Peruaners, der auch mitkam) nach Rioja, um – so hatte ich es verstanden – Squash zu spielen. Nur kamen wir gerade an, als der Laden zumachte. Und so hatten wir noch einen netten Abend in Rioja, an dem ich die sehr leckeren Churros kennenlernte.

Wir basteln den Schriftzug „Festia Tocón“ (Messe des Tocón) aus Pappmaché in 3D, der dann einen Stand des Projektes am kommenden Samstag schmücken soll.
Vom Aussichtspunkt „Tahuishco“ ist es ein wunderbarer Blick auf den Wald. Vor allem am Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr so heiß brennt, ist es hier angenehm, auch, um Vögel zu beobachten.
Einen Tag lang bastele und male ich Plakate. Dieses hier ist für den am Dienstag stattfindenen Zeichenwettbewerb zum Thema Mono Tocón.
Zur Unterhaltung höre ich währenddessen Musik und neuerdings auch sehr spannende Nachrichtenpodcasts 😉
Churros kannte ich vorher noch gar nicht, aber sie schmecken wirklich lecker – und kosten nur einen Sol…
Diese Woche hatten wir auch wieder zwei „talleres“, zu denen wir immer zu dritt im „mototaxi“ fahren. Mit dieser großen roten Box, deren Funktion als hübsches Puppentheater man vielleicht erahnen kann, haben wir den Kindern diesmal den Nutzen der Affen für den Wald vorgeführt: Sie fressen Früchte, scheiden mit der Losung die Samen wieder aus und daraus wachsen dann Bäume und schließlich der ganze Wald. 🙂
Als wir hinunter zum touristisch angehauchten Fluss laufen, sehen wir diesen Papageien. 🙂
Auf den ersten Blick erschien seine Kletterei sympathisch und witzig, sie zog auch viele andere Neugierige wie uns an. Nur ist er leider gezwungen, sich auf diese Weise auf das Dach zu wuchten. Er ist flugunfähig. Wurden ihm die Flügel gestutzt, um in Gefangenschaft zu leben?
Selbst am Abend bekommt man an den vielen „bodegas“, den Spätis Moyobambas, noch die wichtigsten Dinge. Ich decke mich dort immer mit den aromatischen Bananen ein, die sind echt Spitze!
Stolz zeigen die Kleinen Ihr Gelerntes hoch. Fast schon ein Ritual sind die Gruppenbilder nach den „talleres“. 🙂