Mit Luis Ángel im klitschnassen „Trockenwald“

Seit dem 18. Dezember hatten wir Weihnachtsferien. Hier möchte ich euch ein Erlebniss dieser tollen zweieinhalb Wochen genauer vorstellen:

Gleich am Nachmittag des 18. Dezember nahm ich den Bus in die 6 Stunden entfernte Stadt Chachapoyas, die ihren Namen vom Volk der Chachapoya erhalten hat. Das war eine präinkaische Kultur, die in der Region der nördlichen Anden rund um Chachapoyas von circa 1100 nach Christus bis 1350 nach Christus existierte, später jedoch von den Inka unterworfen wurden. Diese Menschen errichteten beeindruckende Siedlungs- und Festungskomplexe , „Kuleap“ ist wohl der bekannteste unter ihnen. „Chachapoya“ bedeutete in der Sprache der Inka „Nebelkrieger“. Und diesen Namen gaben sie dem Volk nicht ohne Grund: Sie lebten hauptsächlich im heutigen Bundesstaat Amazonas, wo sich die Wolken aus dem Amazonastiefland in den hohen Anden verfangen. Die Bäume des dort vorkommenden Nebelwaldes liegen dadurch ständig in dichtem Nebel und fischen mit Netzen aus moosüberzogenem Geäst die Feuchtigkeit aus der Luft. Insgesamt ergibt sich so eine sehr reizvolle Landschaft mit einem beeindruckenden Wald und vielen endemischen Arten – zu den Ruinen weitere Gründe für mich, die Gegend zu besuchen.

In Peru werden die Nebelwälder wohl auch „la ceja de la selva“, die Augenbrauen des Urwaldes, genannt. Ich hörte die Bezeichnung zwar nicht, aber dieses schöne sprachliche Bild blieb mir im Kopf😊

Nachdem ich erst einmal in der hübschen Kolonialstadt Chachapoyas eine Nacht verbracht und meine erste warme Dusche seit 4 Monaten genoss, machte ich mich mit Bussen, kleineren Autos und Pickups auf. Ich wollte in Richtung eines Inkapfades und einige wohl weniger bekannten Ruinen besuchen. Die hatte ich mir gemeinsam mit José, der sich in der Umgebung gut auskennt, ausgesucht. Zu Fuß erreichte ich schließlich das sehr idyllische Tal „Valle Huaylla Belén“, überquerte den „Río Huaylla Belén“ und fuhr mit auf einem anderen Pickup durch den Nebelwald bis in das kleine Dorf „Congón“. Dort verbrachte ich die Nacht in einem Gästezimmer und fragte ein wenig nach den Ruinen. Denn außer von den Dorfbewohnern ist schwer etwas darüber zu erfahren, Reiseführer erklären meist nur das bekanntere „Kuelap“.

Kurz zuvor war ich vom Pick-up, der mich eine Weile auf der Ladefläche mit anderen Peruanern mitnahm, abgestiegen und wanderte nun in das wunderschöne Tal „Valle Huaylla Belén“ hinein.

Nun hatte ich einen Plan: Ich wollte am nächsten Tag den „complejo arqueológico gran vilaya“ auf einem alten Inkapfad besuchen. Nur traf ich beim Frühstück bei meiner Gastgeberin den 24-Jährigen, sehr gesprächigen und auch wie ich vogelinteressierten Luis Ángel. Er ist bei einer NGO in Chachapoyas angestellt, die sich um ein neu eingerichtetes Schutzgebiet mit dem sperrigen Namen „Area de Conservación Regional Bosques Tropicales Estocialmente Secos del Marañón“ kümmert. Dieses Schutzgebiet ist wohl absolut einzigartig: Im Gegensatz zum Nebelwald ist dieser „Trockenwald“ durch den Einfluss des „Río Marañón“ zwischen Juni und November ziemlich trocken und grau, aber davon sollten wir nicht besonders viel mitbekommen. Denn nun ist gerade Regenzeit, der Wald nass und quietschgrün. Dort gab es jedenfalls eine Anzeige wegen illegalen Holzeinschlags und Luis Ángel ist gekommen, um dem nachzuspüren und alles zu dokumentieren. Ich frage ihn, ob ich mitkommen kann – kurz darauf habe ich meine Pläne gecancelt, sitze hinten auf seinem Motorrad und fahre mit ihm 3 Stunden lang durch den Nebel, kleine Dörfer und vorbei an Wasserfällen auf extrem matschigen Wegen. Ich fühle mich sehr wohl mit Luis Ángel, denn er erklärt mir alles sehr ausführlich, hält immer wieder an, kann mir den Kakao und Kaffeeanbau genaustens schildern und genießt es scheinbar ebenfalls, mir seine Heimat zu zeigen.

Auf dem Weg hielten wir immer wieder an, um nach gerodeten Flächen zu schauen. Hier naschen wir aber gerade von einer wilden Tomatensorte😊.

In einem Dorf („Nueva Chota“) auf rund 2000 Metern angekommen, unterhalten wir uns ein wenig mit den Menschen, möglicherweise können sie ja genauere Angaben zum Ort machen. Doch so richtig erfolgreich sind wir – bis auf eine Einladung zum Mittagessen – leider nicht. Auf dem Rückweg entdecken wir doch noch einige kleinere Flächen, auf denen sehr viel mehr Bäume gefällt wurden, als zur Freihaltung der Wege nötig wäre. Luis setzt seinen Punkt per GPS, macht Fotos und kann so später einen Bericht schreiben. Auf dessen Grundlage ergreifen sie als Naturschutz-NGO dann Maßnahmen, um den Wald zu schützen.

Luis nimmt gerade die Koordinaten. Ich habe mir übrigens, obwohl es den ganzen Tag komplett bewölkt war, einen ziemlichen Sonnenbrand im Gesicht eingefangen…

Ihre Strategie besteht aus drei Ebenen: Als Erstes machen sie in den Dörfern Weiterbildungen rund um das Thema ihres Schutzgebietes. So wollen sie die Akzeptanz ihres Naturschutzgebietes erhöhen und auch die Vorteile für die Menschen vor Ort erläutern. Als zweites können sie spontane Visiten machen, zum Beispiel bei den örtlichen Tischlern. Aber auch „Streifenfahrten“ durch das Gebiet gehören dazu. Als letzten Schritt arbeiten sie auch mit der Polizei zusammen und vergeben bei starken Verstößen meist Geldstrafen. Das wollen sie aber vermeiden. Denn es sei, wie Luis Angel meinte, gerade mit so wenig Personal in einem so riesigen Gebiet am wichtigsten, einen guten Draht zu den Menschen zu haben und über kleinere Vergehen auch mal hinwegzusehen. Nur gemeinsam mit den Dorfbewohnern kann der Naturschutz hier funktionieren, wird mir klar.

Was leider nicht mit auf dem Foto ist: Die Frau lacht sich hinter mir kaputt, weil ich auf Luis Wunsch auch mal kurz ihre Arbeit übernehme und die eigentlichen Kaffeebohnen in einem großen Mörser zerstoße, um sie von der getrockneten Schale zu trennen.

Bald fahren wir wieder 3,5 Stunden zurück. Auf dem Weg zeigt mir Luis, wie eine Frau getrocknete Kaffeebohnen von der Schale befreit und so anschließend rösten kann. Ein anderer Mann weiter talabwärts erntet eine große Kakaobohne für mich und öffnet sie. Die eigentlichen kleinen Böhnchen im Inneren sind von einer süßen, schleimigen weißen Schicht umschlossen, die wir genüsslich während der Motorradfahrt ablutschen. Um 20:30 Uhr setzt mich Luis wieder in Congón ab, nicht viel später liege ich auch schon im Bett. Ich bin ziemlich geschafft, aber auch unheimlich glücklich über einen so interessanten Tag. Zu den Ruinen werde ich dann am nächsten Tag wandern…

Es weihnachtet

Auch in Moyobamba wird es nun weihnachtlich: Überall blinken uns bunte Lichterketten an, stehen Plastiktannenbäume in den Läden, es läuft Weihnachtsmusik und der Schriftzug „feliz navidad“ schmückt viele Türen.
Gemeinsam mit unserem Freundeskreis hatten wir uns vor einigen Wochen zum gemeinsamen Wichteln verabredet. Am Samstagabend trafen wir uns und alle brachten etwas weihnachtliches zu Essen mit. Wir hatten sogar einen Stollen da!
Glücklicherweise spielte auch das Wetter ein wenig mit, und so war es ein wenig verregnet. So kam ein wenig mehr weihnachtliche Stimmung auf, auch wenn mir das weiterhin bei den normalen 27 Grad schwer fällt.

Der geschmückte „Plaza de Armas“ in Moyobamba – mein Geschmack ist es nicht. Das erstaunlichste kann man nur leider dem Foto nicht entnehmen: Die Lichterketten haben kleinste Lautsprecher, die in nervigem Piepen schrille Weihnachtsmelodien von sich geben.
Zufällig entstand die Absprache, dass wir alle ein selbst bemaltes Shirt verschenken könnten. Und so wurde es ein sehr nettes T-Shirt-Wichteln 😉

Diesen Sonntag fuhren Lea und ich mit unserem Kollegen Peter in das Dorf „Pedro Pascacio Poriega“, das ungefähr 25 Mototaximinuten von Moyobamba entfernt liegt. Denn um die lokalen Bevölkerung für den Naturschutz zu begeistern und ein wenig über den Anden-Springaffen zu vermitteln, machen wir mit dem „PMT“ Kinos: Wir besuchen Dörfer und zeigen den Menschen zum Thema passende Filme, meist Dokumentationen. Ich finde das sehr sinnvoll, denn meist haben die Dorfbewohner mehr Kontakt zum „Tocón“ als die Menschen Moyobambas.
Für die Einwohner ist das Kino jedenfalls eine echte Attraktion, am Sonntag waren wir um die 60 Personen!
Doch auch für mich war es interessant. Denn das Dorfleben unterscheidet sich stark von dem in Moyobamba. In „Pedro Pascacio Poriega“ stehen ausschließlich einfachste Holzhäuser, hört man Kühe muhen und gibt es nur einen sehr vermatschten Sandweg zur nächsten Straße. Besonders charakteristisch finde ich aber die kleinen Holzbänke vor den Häusern auf die sich viele Menschen in ihrer freien Zeit setzen und sich das wenige Geschehen ansehen.

Gemeinsam mit der sehr netten und hilfsbereiten Herlinda kann ich die Popcorn und den Kakao in einem riesigen Topf vorbereiten, den wir den „Kinobesuchern“ später ausschenken. Es war sehr beeindruckend, unter welchen einfachen Bedingungen die Familie lebt.
Noch sind nicht so viele Menschen da, wir zeigen aber schon einmal einige Videos vom „Mono Tocón“, die unsere Forscher aufgenommen haben.

Zum Hafen nach Yurimaguas

Am Freitag hatten wir für unsere Arbeit am letzten Samstag frei. Ich wollte den Tag gut nutzen und stand früh auf, um gegen 6:00 Uhr mit dem „colectivo“ nach Yurimaguas zu fahren. Denn in Reiseführern und verschiedenen Reiseblogs hatte ich gelesen, man könne von dort aus mit einem Frachtschiff drei Tage lang nach Iquitos in die größte Regenwaldstadt Perus gelangen. Viele Freiwillige, aber auch meine Eltern, möchten sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Nur gibt es ein kleines Problem: Alle diese Seiten sind mehrere Jahre alt, und neuere geben die Auskunft, diese Möglichkeit bestehe nicht mehr. Um also planen zu können, dachte ich, ich könnte mir direkt in Yurimaguas vielleicht selbst einmal ein Bild machen. Yurimaguas liegt ungefähr 100 km östlich von Moyobamba, aber bedeutend tiefer, weshalb es dort auch spürbar heißer ist.
Nachdem der Bus hinter Tarapoto über die letzten Ausläufer der Anden gekurvt ist, wird es nun immer flacher. Außerdem fallen mir rechts und links von der Straße solche in Reih und Glied, scheinbar gepflanzte Palmen auf. Unter den Suchbegriffen „Peru“ und „Palmölplantagen“ spuckte mit das Internet noch im Bus Informationen dazu aus: Seitdem es scheinbar in Indonesien und Malaysia (Hauptexporteure von Palmöl mit rund 85% der weltweiten Produktion) nicht mehr genügend Platz für Plantagen gibt, schauen sich jene Unternehmen nach Anbauflächen in anderen Ländern um. Unter anderem sind sie dabei auf Peru gestoßen, der Staat genehmigt in der Folge die Ausweisung von Anbaugebieten. Auch, wenn dafür Regenwald abgeholzt werden muss.
Gegen 13:00 Uhr kam am ich dann endlich in Yurimaguas an, erkundigte mich nach dem Hafen und fuhr anschließend mit dem Motokar zum „Puerto de Boca“. Dort angekommen lernte ich ziemlich schnell Hugo kennen. Er arbeitet auf einem der vielen Schiffe und erklärte mir, wann das nächste wohl voraussichtlich ungefähr abfahren könnte. Und so bekam ich heraus, dass das Schiffunternehmen „Eduardo“, welches früher immer ein extra Deck für Passagiere hatte, dieses Angebot eingestellt hat. Doch kann man nach kurzer Nachfrage noch immer bei fast allen Schiffen zwischen der Ware mitfahren (100 bis 120 Soles), bei manchen gibt es wohl sogar Essen dazu. Zum Schluss bot mir Hugo sogar seine Telefonnummer an. Ich solle ihn einfach anrufen, sobald ich fahren möchte, er gibt mir dann Bescheid, wann das nächste Boot ablegt. Das ist super, denn Fahrpläne gibt es nicht.
Noch ungefähr eine Stunde beobachte ich das Treiben, unterhalte mich mit anderen Arbeitern, bevor ich gegen 15:00 Uhr auch schon wieder in Richtung Moyobamba aufbreche.

Hugo zeigt mir sein Schiff. Der kleine Fahrplan am Geländer stimmt aber nicht mehr, wie er mir erklärte😅
Das Treiben am „Puerto de Boca“ in Yurimaguas. Kleines Suchbild: Wo ist die Kuh?

„Hierbalife“ und „Morro de Calzada“

Letzten Mittwoch gingen Lea und ich gerade aus dem Haus heraus, da sprach uns unsere Nachbarin an und lud uns ein, um 8 Uhr vorbeizukommen. Nur verstanden wir nicht so richtig, was wir machen würden.
Gespannt waren wir dann gegen 20:15 Uhr da, es war mitten im Wohnzimmer ein langer Tisch mit Spiegeln und Wasserschalen aufgebaut, darum Stühle gestellt.
Kurz darauf begannen wir gemeinsam mit circa 10 anderen Peruanerinnen und Peruanern aus der Nachberschaft zwei Frauen zu lauschen: Es würde heute um eine Gesichtsmaske und gesunde Ernährung gehen.
Belustigt seiften wir kollektiv unser Gesicht ein, trugen eine Creme auf und so weiter. Als die Gesichtsmaske einwirkte, fingen die beiden Frauen an, über gesunde Ernährung, zu viel Fett im Essen und das Problem von Übergewicht zu reden (vorher hatten wir uns auch wiegen müssen). Aber sie von „Hierbalife“ hätten schließlich diesen perfekten Abnehmshake, mit dem man 5 Kilogramm in nur einer Woche verlieren könne. Null Zucker. Null Fett. Aber die Vitamine und Nährstoffe einer großen Mahlzeit.
Wir fanden das alles ziemlich lustig, denn das musste wirklich ein echter Wundershake sein. Vor allem aber hatten wir mit solch einer Werbeveranstaltung auf gar keinen Fall gerechnet!

Lea, Ulrike und ich schmieren uns mit einer Wundermaske von „Hierbalife“ ein.
Der Abnehmshake erinnerte mich übrigens an eine alte Yokebe-Werbung und die vielen „Ärzte-hassen-diese-Abnehmmethode-Seiten“ im Netz 😉

Am Samstag hatten wir mit den „peques conservadores“ (kleine Umweltschützer) unsere Jahresabschlussveranstaltung. Gemeinsam mit sieben Kindern, deren Eltern und unserer Chefin Margarita machten wir uns mit dem Auto gegen 9:00 Uhr (eigentlich sollte es um 8 Uhr losgehen) auf den Weg zum „Morro de Calzada“. Das ist ein ziemlich schroff aus der Umgebung ragender Berg, um den ein Naturschutzgebiet eingerichtet ist. Im Gänsemarsch wanderten wir entspannt und mit vielen Pausen, in denen wir auch ein wenig zu den Anden-Springaffen erklärten, ungefähr zwei Stunden bis nach oben. Dort angekommen, machten wir eine lange Pause und genossen vor allem den Blick auf Moyobamba und die Umgebung.
Gegen 15:00 Uhr kamen wir unten wieder an, zwischendurch hatte uns auch der Regen einmal überrascht. Die Kinder waren mittlerweile ziemlich k.o. und dreckig, aber sehr glücklich.
Während wir wie am Morgen schon wieder einmal eine Stunde auf den Transporter warteten, war der Ranger des Gebietes, der auch ein kleines Umweltzentrum am Fuß des Berges betreut, so nett, uns seine Austellung aufzuschließen.
Sie war didaktisch ziemlich schön gemacht und mit seinen Erklärungen war es wirklich interessant. Vor allem ist der „Morro de Calzada“ für seine Vogelvielfalt bekannt, sehr viele endemische Arten kommen dort vor. Leider war an diesem Tag nicht so viel los, wir waren wahrscheinlich zu laut. Jedenfalls konnte ich kaum Vögel sehen…
Trotzdem fand ich es einen wirklich schönen Tag, auch wenn er anstrengend war. Insbesondere gefiel es mir, weil wir nun das erste Mal mit den Kindern auch draußen waren und nicht nur theoretisches Wissen vermittelten. 😊

Zwischendurch wurde es ziemlich steil.
Mit den „peques conservadores“ am Gipfel angekommen. In Peru gibt es übrigens die gleiche komische Modehaltung unter jungen Leuten bei Fotos wie in Deutschland 😅
Die hellgrünen Flecken im Hintergrund sind meist für die Landwirtscuaft gerodete Flächen des Bergnebelwaldes. Der Verlust dieses Lebensraumes ist der Hauptgrund für die Bedrohung des „Mono Tocóns“.
Der „Morro de Calzada“ ist ein echtes Vogelparadies, 400 verschiedene Arten kommen vor (lässt sich unter diesem Link auf ebird.org, auch mit Bildern, ansehen)! Einige davon zeigt uns „Manuel“ (in der Warnweste im Hintergrund) in dem kleinen Museum.

Was ich sonst noch so erlebe

Die letzte Woche hatte neben dem normalen Alltag einige kleine Besonderheiten und nette Augenblicke parat, die ich euch gern zeigen möchte😊

Unsere „Chefin“ Margarita hatte in der letzten Woche Ferien, und so arbeiteten wir allein eine Liste an Aufgaben ab. Hier „entwickelte“ ich Blumen aus recyceltem Eierkarton. Wenn sie hübsch werden und einfach herzustellen sind, können wir sie einmal mit Kindern basteln. Bei diesen Exemplaren wird das aber wohl eher nichts… 😅
Am Samstag besuchte ich Jakob, einen anderen Freiwilligen, in Tarapoto und gemeinsam fuhren wir ein paar Kilometer südlich an einen kleinen See, um Vögel zu beobachten. Nachdem wir einige nette Wasservögel bestimmt hatten, traute ich kurz meinen Augen nicht ganz: Wir sahen Fischadler, die hier saisonal genauso heimisch sind wie in Deutschland!
Den Nachmittag verbrachten wir auf der Dachterrasse und wurden dort durch ein lautes, mopedähnliches Geräusch und starkem Gestank    aufgeschreckt. Überall quoll grauer Qualm heraus, er stammte aus einer Art Laubbläser, mit dem ein Mann den übel riechenden Rauch in die Häuser und alle Zimmer strömen ließ. Das soll gegen eine Art Gnitzen helfen, allerdings nur für rund eine Woche, wie uns eine Frau erklärte
Am Samstag war außerdem letzter Spieltag in der peruanischen Liga. Peru ist ein sehr fußballbegeistertes Land. Kein Wunder, dass gegen 15 Uhr, wie hier am Busbahnhof, alle vor dem Fernseher kleben…
Im Stadion von Moyobamba gewann „Alianza Lima“ mit 2:3 gegen „Union Comercio“ aus Moyobamba und gewann damit gleichzeitig die Meisterschaft. Kein Wunder, dass ein wenig mehr auf den Straßen los war 😉

Spaziergang durch Moyobamba

Jetzt möchte ich euch gern einmal mitnehmen auf einen kleinen Spaziergang durch Moyobamba. Kommt mit! Wir gehen aus unserer kleinen WG im zweiten Stock hinunter auf die Straße, schließen die große Eisentür hinter uns gut zu und stehen auf der Jirón Esperanza numero 239 in Zaragoza. Zaragoza ist ein nördlicher Stadtteil von Moyobamba, liegt relativ ruhig circa einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt an der Talkante zum sich dahinschlängelnden Río Mayo. Direkt gegenüber unseres Treppenaufgangs gibt es eine der vielen „Bodegas“, so etwas wie die Berliner „Spätis“ oder alten Tante-Emma-Läden. Hier kaufen wir häufig Brötchen, aber auch Eier, Bananen, Kekse, und Papaya.

Wir wohnen im zweistöckigen Haus mittig im Bild. Rechts befindet sich der Sportplatz. Siehst du die Tür und den Treppenaufgang zu unserer WG ganz oben rechts im Haus?

Nun laufen wir nach rechts in Richtung Zentrum – dem „Plaza de Armas“. So nennt sich so ziemlich jeder Hauptplatz der Städte Lateinamerikas – der Name ist ein Relikt aus der Kolonialzeit. Bis wir dort ankommen, schlendern wir 15 Minuten lang sieben „cuadras“ (Häuserblocks) geradeaus und drei nach rechts vorbei an Wohnhäusern und „Bodegas“ . Nahezu jeden Abend werden auf dem Gehweg Grillroste aufgebaut und danach Fleischspieße, Fisch, gefüllte Kochbananen und Juane (in Blättern gekochter Reis) verkauft. Der Geruch verströmt für mich mittlerweile die ruhige und gesellige Abendstimmung in Zaragoza.

Typischer Grillstand an der Straßenecke. Zum Abend verwandeln sich einige sonst normal aussehende Wohnhäuser in kleine Restaurants. Es werden Tische, Stühle und natürlich der Grill nach draußen gestellt – fertig😅

Ein wenig anders, aber nicht weniger angenehm, ist sie dagegen am „Plaza de Armas“, den wir nun nach ungefähr 15 Minuten erreichen. Zwischen saftig grünen Bäumen, einem großen Orchideenbrunnen und kunstvoll zurechtgestutzten Büschen genießen Menschen den Abend, unterhalten sich oder lassen sich eine Kleinigkeit der verschiedenen Straßenverkaufsstände schmecken. Kein Wunder, dass ich diesen Platz wegen seiner Atmosphäre sehr mag, oft genieße ich dort meinen Feierabend – lesend und mit Blick auf die im Dunkeln angeleuchteten Verwaltungsgebäude Moyobambas und der Region.

In der Mitte des „Plaza de Armas“ in Moyobamba befindet sich außerdem ein hübscher Brunnen, der den Spitznamen der Stadt andeutet😉

Denn Moyobamba ist auch die Hauptstadt des Bundesstaates San Martín, der in der Übergangsregion zwischen den nördlichen Anden und der riesigen weiter östlichen Regenwaldregion des Bundesstaates Loreto liegt.
Dadurch befindet sich „Moyo“, wie wir es hier meist nur nennen, noch auf rund 800 Metern Höhe, ist von einigen Hügelketten und vor allem sehr schöner Natur umgeben. Besonders bekannt ist Moyobamba auch für seine Orchideen, denn hier kommen rund 3500 Arten vor – mehr als an jedem anderen Ort der Welt. Es ist also nicht verwunderlich, weshalb Moyobamba den Beinamen „Stadt der Orchideen“ erhalten hat.
Gegründet wurde sie 1540 von den spanischen Konquistadoren und gilt als älteste Stadt der peruanischen Regenwaldregion, was die politische Bedeutung als Hauptstadt des Bundesstaates San Martín erklärt. Wirtschaftlich profitiert die Stadt zwar von der Nationalstraße 5, welche die Küste über die Anden mit der Amazonasebene verbindet. Doch das Hauptwirtschaftszentrum der Region ist das zwei Autostunden entfernte sehr geschäftige und größere Tarapoto. Das kleinere Moyobamba ist dagegen mit seinen 50.000 Einwohnern eher für seine ruhige Atmosphäre bekannt.
Für den Rückweg winken wir uns nun eines der vielen Mototaxis heran, denn wir haben bei „Precio Uno“, einem relativ großen Supermarkt, ein wenig eingekauft. Um zuverlässig zu unserer Wohnung zu kommen, nennen wir dem Fahrer am besten unserer Adresse mit dem Zusatz „cerca de la casa de los mormones“ (nahe der Mormonenkirche).

Eine Fahrt im „mototaxi“, einem dreirädigen offenem Motorrad, an welchem sich hinten eine überdachte Bank zum Sitzen befindet, kostet in ganz Moyobamba 2 soles (50ct).

Denn direkt nebenan hat die Religionsgemeinschaft eine Art Kirche und einen Sportplatz, auf dem wir manchmal auch gemeinsam Fußball spielen.
Wenn wir die Tür zu unserer kleinen Wohnung öffnen, mauzt meist unser Mitbewohner schon nach Futter: Casper wird das Jahr gemeinsam mit uns in dem Department verbringen, eher allerdings weniger in meinem Zimmer, sondern vor allem im Wohnzimmer und der kleinen Küche. Von dort habe ich aus meinem Schaukelstuhl dank der großen Fensterfronten einen weiten Ausblick auf die umliegenden Dächer und die Hügelkette am Horizont.

¡Hay libros!

Nach dem aufregenden und spannenden Trip nach Cajamarca hatte ich erst einmal ein wenig Schlaf nachzuholen, meine Sachen zu sortieren, dann begann aber auch schon wieder eine ganz normale Woche.
Aber nur eine fast normale Woche, denn am Mittwoch begann die „feria de libros“. „Feria“ ist eines der Wörter, die hier ständig verwendet werden, ich aber komischerweise in meinem Spanischunterricht nie gehört hatte. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Bücherverkaufsmesse“. Aber zu vielen Büchern wird auch einiges Kulinarisches, Handwerkliches und Künstlerisches angeboten und durch ein Bühnenprogramm hat das ganze auch ein wenig den Charakter eines Volksfestes.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, als mir Anderson erzählte, dass diese „feria“ von Mittwoch bis Sonntag auf dem „Plaza de Armas“ (Name des Hauptplatzes so ziemlich jeder peruanischen Stadt, so auch in Moyobamba) stattfinden wird. Denn einige meiner Fragen, die ich an meine Kollegen zur Geographie und Natur Perus stellte, wurden mir mehrfach mit „no sé, pero hay un libro“ (ich weiß es nicht, aber es gibt da ein Buch) beantwortet. Doch leider habe ich bisher in ganz Moyobamba noch keine Buchhandlung gefunden und ein amerikanisches Buch über die Vögel Perus konnte ich schließlich erst nach einiger Suche bei einer Privatperson kaufen.
Als ich Anderson dazu fragte, meinte er, die Menschen würden hier einfach nicht so viele Bücher lesen, deshalb gebe es jedes Jahr nur diese Messe. Aber in Lima, dort sei es sehr viel besser, Bücher zu bekommen.
Das finde ich sehr schade, denn ich habe das Gefühl, dass Literatur hier bei vielen Menschen nicht so die Wichtigkeit wie in Deutschland hat. Was natürlich nicht bedeutet, dass es keine literaturinteressierte Leute gibt, doch scheint dies hier gesamtgesellschaftlich nicht so einen großen Stellenwert einzunehmen. Das sind zumindest bisher meine Erfahrungen.
Also nutzte ich in den fünf Tagen insgesamt fünf Mal die Chance und stöberte mit verschieden Freunden in den Büchern. Wir erkannten bekannte Klassiker wieder, fanden auch Bücher über die Korruption in Peru und ich schaute mir die Bücher der vielen lokalen Sagen an.😊

Die Stände waren bis in die Nacht ziemlich gut besucht.
Die Büsche verraten, wo wir uns gerade befinden.😉 Im Hintergrund spricht gerade der Bürgermeister Moyobambas zum Anlass der Buchmesse.
Die „feria de libros“ war mehr als nur eine Büchermesse, das Bühnenprogramm und einige Stände lassen mich an Straßenfeste denken.
Das ist Alfonso, an dessen Stand ich doch noch ein (zwar schon etwas älteres) Buch zur Fauna Perus fand. Er reist mit seinen Büchern wie die anderen Standbesitzer auch von Buchmesse zu Buchmesse quer durch Peru. Ab Mittwoch ist er dann rund 1000 km entfernt in Lima.
Irgendwie gibt es in Moyobamba ständig „ferias“😅 Zur „semana forestal“ (Waldwoche) am Fteitag boten auch wir an einem Stand verschiedene Aktivitäten rund um die Affen an. Hier erklärt Lea die wichtigsten Eigenschaften des Anden-Springaffens.

Lange Tour nach Cajamarca

Der Reformationstag war zwar bei uns regulär nicht frei, dafür aber der Freitag, Allerheiligen. Netterweise durfte ich mir ausnahmsweise noch einige Stunden am Donnerstagnachmittag Urlaub nehmen, sodass es sich lohnte, einmal ein wenig weiter weg zu fahren.
Gemeinsam mit den zwei deutschen Freiwilligen von der Organisation Ecoselva und deren peruanischem WG-Mitbewohner hatten wir uns Cajamarca ausgesucht. Die Stadt liegt im nördlichen Andenhochland auf luftigen 2800 Metern Höhe in der gleichnamigen Provinz.
Und so stiegen wir am Donnerstagmittag in den Combi, zuerst ging es nach Chachapoyas, wo wir gegen 18:00 ankamen. Leider zu spät, denn der Bus nach Cajamarca war schon weg. So verbrachten wir die Stunden bis zum nächsten Morgen um 4 Uhr in der ebenfalls netten Stadt Chachapoyas und dessen Bänken des Busbahnhofs.
Gegen 15:00 Uhr kamen wir endlich in Cajamarca an und stellten unsere Sachen bei Saskia ab. Sie ist ebenfalls Freiwillige des Welthauses, wohnt in Cajamarca und war so nett, uns für die Zeit eine super schöne Bleibe zu geben.
Den Nachmittag verbrachten wir damit, das hübsche Zentrum mit den Kolonialbauten zu erkunden, Brot zu suchen und Käse und „manjar blanco“ (typische, extrem süße Caramellcreme) zu kaufen. Später besuchten wir noch die „Baños del Inca“, die von 72 Grad heißem Vulkanwasser gespeist werden und tatsächlich schon in präkolumbischer Zeit genutzt wurden. Wir jedoch genossen das Wasser nicht in deren, sondern in moderneren gefliesten Becken.
Am nächsten Tag standen wir früh auf, wir hatten eine Tour zum 40 Minuten entfernten Cumbemayo gebucht. Das sind interessante und beeindruckende Felsformationen, die nicht nur uns und viele andere Touristen anlocken. Denn sie wurden auch schon von dem Volk, das bereits vor 3000 Jahren diese Gegend vor den Inka besiedelte, als „huaca“ angebetet und an ihnen höher stehende Gottheiten verehrt. Teilweise beten die heutigen Andenbewohner wohl noch immer solche lokalen Heiligtümer an, jedoch eher im Süden Perus.
Neben der interessanten Führung genoss ich aber vor allem das kühle Wetter und den weiten Blick auf die hier weich abgerundeten Andenketten.
Nachdem wir gegen 15:00 Uhr wieder im Stadtzentrum angekommen waren, suchten wir uns auf dem engen, aber auch sehr vielfältigen Markt etwas zum Essen und genossen es kurz darauf auf einer ruhigen Treppe zum Hausberg Cajamarcas, dem „Cerro Santa Apolonia“.
Leider musste ich nun auch schon wieder zum Busbahnhof, damit ich 18:00 Uhr (Samstag) den Nachtbus nach Chachapoyas bekomme, mit anderen Verbindungen wäre ich ziemlich sicher nicht am Montag pünktlich um 8 Uhr im Büro gewessen.
Nun hatte ich aber genügend Zeit, um noch ein wenig zur Region Cajamarca zu lesen. Vor allem stieß ich dabei auf die Problematik des Bergbaus, denn nur 18 km entfernt befindet sich der Goldtagebau „Yanacocha“. Dieser ist der größte und profitabelste seiner Art auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Nur ergeben sich dadurch auch große Probleme: Ich lese von fragwürdigen Landkaufverträgen, korrupten Behörden, einer an wirtschaftlichen Gewinnen weitgehend unbeteiligten Region, Interessensunterschieden zwischen der nationalen und lokalen Regierung, enormen Umweltproblematiken und Protesten, in denen sich beispielsweise 2012 die großen Konflkte entluden. An dessen traurigem Höhepunkt wurden die Proteste gewaltsam unterdrückt, 5 Menschen starben.
Nun kam ich am Sonntag gegen 5:30 Uhr wieder in Chachapoyas an, frühstückte dort auf dem Markt, besorgte mir Proviant und stieg um 10 Uhr in den Bus nach Pedro, von dort aus ging es dann im LKW weiter nach Hause. Um 18:00 war ich endlich nach 23,5 Stunden Fahrt wieder in Moyobamba und hatte ein sehr erlebnisreiches langes Wochenende, leider aber auch in Bezug auf die Busfahrten.
Denn es gibt eher wenige durchgehende Verbindungen und Fahrpläne, sondern vielmehr schwammige Aussagen von Busunternehmern, sodass es sehr schwierig ist, genau zu kalkulieren und man leicht einmal festsitzt.
Insgesamt war ich gute 50 Stunden unterwegs – aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Blick vom Hausberg auf Cajamarca, mittig liegt das Zentrum mit seinen vielen kolonialen Kirchen und dem Hauptplatz, dem „Plaza de Armas“.
Auch wenn ich mir beim Namen „Baños del Inca“ die Becken zuerst etwas rustikaler vorgestellt hatte, so war doch das Wasser sehr angenehm.
Die Felsformationen auf unserer kleinen Tour nach Cumbemayo. Viele uralte in den Stein geritzte Symbole zeugen von der kulturellen Bedeutung der Felsen für die damalige Bevölkerung.
Viele „Campesinos“ (Bauern, Landbevölkerung) haben diese großen und charakteristischen Hüte auf, die gegen die Sonne schützen, wohl aber auch eine Art Statussymbol seien. In Cumbemayo trafen wir natürlich viele Menschen in Trachten, die durch Kunsthandwerk, Lämmchenfotos und typische Snacks auch ihren Teil an den Touristen zu verdienen.
Kulinarisch war es in Cajamarca ein echtes Erlebnis. Vor allem hat es uns das frische, endlich nicht süße Brot in der Mitte angetan. Aber auch die Kartoffeln, Erbsen und der Mais waren neben dem vielen Käse ein echter Schmaus 😉

Bilder der vielseitigen Fahrt: hauptsächlich waren wir in den Combis unterwegs, aber auch im Reisebus (es werden auf dem Bild gerade Tüten verteilt, der Weg durch die Anden ist in ganz Peru für seine Kurven berüchtigt) und von Pedro nach Moyobamba im LKW vorn im Fahrerhaus.

Nicht mehr ganz so krank

Letzten Montag war ich nun bei einem anderen Arzt, um mich noch einmal untersuchen zu lassen. Denn leider war ich noch immer ein wenig schlapp.
Es wurden erneut eine Blutprobe, Stuhlprobe und diesmal auch eine Urinprobe genommen, um den Verdacht des ersten Arztes nun zu erhärten. Er hatte nicht, wie der andere Arzt, auf Typhusfieber getippt, sondern vermutete Parasiten. Doch diese konnten in den Tests nicht nachgewiesen werden. Schließlich nahm er an, dass es eine Infektion sein müsse und verschrieb mir 3 weitere Tage das Antibiotikum Ciprofloxacin, Vitamintabletten und eine Antibiotikasalbe gegen Ausschlag auf meinen Oberschenkeln. So richtig weiß ich nun aber noch immer nicht, was ich habe…
Ungefähr funf Stunden hatte ich diesen Montagvormittag beim Arzt verbracht und war 100 soles ärmer, 70 soles bezahlte ich noch einmal bei der Apotheke. Ich bekomme das Geld von meiner Versicherung erstattet.
Doch während der Wartezeit fragte ich mich, wie das Peruanerinnen und Peruaner regeln. Es gibt wohl zwei große staatliche Krankenversicherungen, bei denen 60 Prozent der Peruaner versichert sind. Die restlichen 30 Prozent sind nicht (oder privat) versichert, müssen die Kosten also aus eigener Tasche zahlen. Doch gibt es eine extrem hohe Dichte an Apotheken, wie mir schon früh auffiel. Wahrscheinlich gehen viele Menschen hier erst einmal einfach zur Apotheke und erst in schlimmeren Fällen zum Doktor.

Krank

Mir ging es in der vergangenen Woche leider gar nicht gut. Seit Montagmorgen fühlte ich mich auf einmal sehr schlapp, hatte für meine Verhältnisse starke Kopfschmerzen und dazu kam Durchfall, der immer stärker wurde.
Nachdem ich am Vormittag noch bei einem Seminar in einer Schule dabei war, ging ich in der Mittagspause sofort zum Arzt. Um aber mit diesem überhaupt reden zu dürfen, musste ich erst einmal umgerechnet rund 10 Euro bezahlen, worüber ich in dem Moment sehr erstaunt war. Nach kurzem Besuch im Arztzimmer wurden Blut- und Stuhlproben genommen, diese annalysiert und ich schließlich positiv auf „tifico „o““ getestet. Daraufhin verschrieb mir der Arzt einmal für acht Tage ein Antibiotikum und ein peruanisches Schmerzmittel, um meine 39,6 Grad Fieber zu senken.
Leider verstand ich den Arzt nicht besonders gut, deshalb recherchierte ich im Internet nach „tifico „o““, was ich zuerst einfach nur als Typhus (wogegen ich ja eigentlich geimpft bin) interpretierte. „Tifico „o““ scheinen die Antikörper für den Typhuserreger zu sein, die ich jedoch in einer wohl unnormal hohen Konzentration habe, weshalb ich krank sei. So ganz verstanden habe ich das leider noch immer nicht. Jedoch bin ich sehr glücklich, dass ich Thomas, einen Arzt in Deutschland, per Telegram anrufen dufte, er mich beriet und vor allem über mein Antibiotikum aufklärte, was in Deutschland wegen seiner Nebenwirkungen nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden darf.
Glücklicherweise geht es mir nun seit Freitag wieder besser, ich habe nun weder Fieber, noch Durchfall oder starke Kopfschmerzen. Jedoch bin ich noch immer etwas schlapp und wenig belastbar. Morgen werde ich wieder zum Arzt gehen und die Tests wiederholen lassen – und bin gespannt auf die Ergebnisse. 😊