Von Affen umzingelt

An und für sich war es eine ganz normale Woche – ich bereitete im Büro die Materialien für die Seminare in den Schulen vor, bastelte Affen aus Klopapierrollen und an einem Tag fuhren wir ins nahegelegene Calzada, um dort zwei „talleres“ (Seminare) in der Grundschule zu halten.
Dann kündigte Maribel aus dem Forschungsteam unseres Projektes mir zu meiner großen Freude an, dass ich am Freitag Elias mit in den Wald zu den „Mono Tocones“ begleiten kann. Die „investigación“ (Forschung) zu den Springaffen ist neben der Umweltbildung, in der ich hauptsächlich aktiv bin, das zweite große Arbeitsfeld des „Proyecto Mono Tocón“. Sie versuchen noch mehr Wissen über diesen nur in Peru in San Martín vorkommenden Affen herauszufinden, bevor er möglicherweise ausstirbt – er wird von der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ geführt.
So fuhren wir also am Morgen um sieben Uhr mit dem Mototaxi ins Gebüsch nahe Yantalo. Nur konnten wir die Andenspringaffengruppe nicht finden – erst nach 1,5 Stunden kamen sie, wie Elias später meinte, von den Bananenplantagen zurück. Diese suchen sie gelegentlich auf, wenn es im Wald nur wenig Futter gibt, es scheint jedoch kaum Konflikte mit den Bauern zu geben, wie Elias mir auf meine Nachfrage antwortete. Da sie nun ein kleines Verdauungsschläfchen einlegten, hatten wir ein wenig Zeit, um sie aus circa 15 Meter Entfernung zu beobachten.
Nachdem ich auch einige Fotos geschossen hatte, sammelten wir für ein Herbarium Blätter, Blüten und Früchte einiger Baumarten.
Wie nun fast jeden morgen ging ich am Sonntagmorgen um 7:00 Uhr zu meinem Lieblingsplatz, dem „Punto de Tahuishco“, mit seiner fantastischen Aussicht und der reichen Vogelwelt. Und plötzlich hörte ich die Lautäußerungen von drei verschiedenen Familiengruppen von „Mono Tocónes“! Sie nutzen diese, um Ihr Territorium gegen andere Gruppen ihrer Spezies abzugrenzen. Und als wäre es nicht genug, konnte ich noch einige Pichicos (Saguinus fuscicollis, Braunrückentamarin) auf dem Rückweg zur Wohnung beobachten. 🙂
Am Samstagnachmittag und Samastagabend feierten wir sehr nett den Geburtstag von unserem peruanischen Freund Anderson, erst am Fluss, dann in der Ecoselva-WG.

Das Forschungsteam unseres „Proyecto Mono Tocón“ untersucht mehrere Gruppen der Andensprinaffen, die meist aus 4 bis 5 Tieren bestehen (Vater, Mutter, Kinder und Jugendliche). Wir beobachteten am Freitag die „grupo Yantalo“, die circa 8 km von Moyobamba entfernt ihr Territorium hat.
Gerade wollten Elias und ich uns vor dem Gewitter, das gegen 14:30 Uhr aufzog, in Sicherheit bringen und zurück zum Büro, da schauten noch einmal ein paar Kühe vorbei. Die Pflanzenteile für das Herbarium haben zuvor wir in Zeitung eingeschlagen.
Leider sind die gekreuzten Schwänze der drei eher schlecht identifizierbaren Mono Tocónes nicht besonders gut zu erkennen. Dies tun sie als Zeichen der Zuneigung beim Schlafen.
Am „Punto de Tahuishco“ traf ich dann noch zwei sehr nette Jugendliche, mit denen ich gemeinsam die Andenspringaffen beobachten, ihnen ein wenig über die Affen erzählen und auch meine Freude teilen konnte.
Am Montag und Dienstag entwickelte ich in unzähligen Versuchen einen neuen Toilettenpapierrollenaffen: Den Leoncito (Cebuella Pygmaea, Zwergseidenäffchen) Er ist einer der kleinsten seiner Art und passt auf eine ausgebreitete Handfläche!
Geburtstagskuchen für Anderson nach dem Baden.
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